Die Finanzierung der Bereitschaft Mainhardt

Lange habe ich mir als Bereitschaftsleiter überlegt, ob ich dieses Thema überhaupt angehen soll. Ich finde "doch" und deshalb werde ich an dieser Stelle einmal etwas über die Finanzierung der Bereitschaft Mainhardt und des Jugendrotkreuzes schreiben.

Gleich vorne weg: Geld brauchen wir immer !

Und unser Motto: "Helfen Sie uns, Ihnen zu helfen" wird auch weiterhin Gültigkeit behalten !

In den letzten 20 Jahren, vorallem die Zeit ab 1990, wurden im Rahmen der Bereitschaftstätigkeit viele Dinge wie Material, Fahrzeuge, medizinische Geräte und Einsatzkleidung beschafft.

An dieser Stelle muss einmal gesagt werden, dass viele Rucksäcke in den Privatfahrzeugen, Einsatzkleidung, ja sogar Piepser für die Alarmierung von uns selber beschafft und natürlich auch bezahlt wurden, OHNE dieses Geld jemals wieder zurück bekommen zu haben. Man hat uns oft genug dafür als "Idioten" bezeichnet und belächelt.

In den letzten 2 bis 3 Jahren ist das, was neu beschafft werden muss, relativ zurück gegangen. Somit lassen sich auch bei uns die Ausgaben etwas besser in den Griff bekommen. Oft hatten wir zum Jahresanfang keine 1.000 Euro mehr auf dem Konto... und das bei ca. 50 Bereitschaftsmitgliedern und ebenso vielen Jugendrotkreuzlern. Unsere Kassierer hat oft "schlaflose" Nächte.

Anhand der Aufgaben der Bereitschaft Mainhardt kann man erahnen, dass da doch etwas Geld gebraucht wird:

a. HvO-System (Dies wird von uns selbst finanziert, Sprit für Yeti, Reifen, Versicherung, Unterhalt, TÜV, Reparaturen,...)

b. SEG-Einsätze (Hier muss immer wieder in Unterhalt, Reparaturen u.ä. investiert werden)

c. Schwerlastrettung (Zeit !!!)

d. ELW-Einsätze (Das ELW(Fahrzeug) haben wir gekauft und stecken immer wieder Geld rein)

e. Einsatzeinheit (Auch wenn der Staat und der Kreisverband den Katastrophenschutz finanzieren, hier dauerts oft, dann streckt man was vor oder bezahlt es selber (Unimog))

f. Blutspenden (man bekommt pro Blutspende Geld, daraus muss aber die Aktion finanziert werden, "Getränke und Essen" gibt es damit nicht umsonst)

g. Sanitätsdienste (Hier haben wir einen großen "Einnahmebereich", abzüglich Material, Schäden, Reparaturen und Beschaffungen, um überhaupt Dienst machen zu können)

h. Ausbildung (Heute braucht man Beamer, Kameras, Pinnwände, Medienkoffer, Übungspuppen und man hat Vorgaben, die man erfüllen muss, z.B. von der BG, Landesverband,...

Wir haben 4 Erwachsenenphantome, 3x Kinder und einmal Säugling (Neupreis für alle 8, ca. 11.000 Euro, wenn man nicht reparieren könnte)

i. Märkte (Ohne Arbeitsmaterial (Grill, Gas, Hänger, Zelte,...) kein Markt. Und man braucht Rücklagen, falls mal ein Markt in die Binsen geht und es geht auch was kaputt.

j. Öffentlichkeitsarbeit (Hier gibt es direkt keine Einnahmen, aber "ohne" geht es nicht)

k. Jugendrotkreuz (Fast jede Ausgabe ist hier gerechtfertigt, Bei uns hat die Jugend ein eigenes Konto. Dies muss sein. Jugendarbeit ist "Zuschußbetrieb", aber ohne dies kann der Verein früher oder später dicht machen !)

Natürlich kommen hier noch Kameradschaftspflege, Ausgaben für Ehrungen, Geburtstage, ua. dazu.

Ein weiterer großer Brocken ist das Thema Einsatzkleidung:

1. Stiefel des Sicherheitsstufe S3 für Einsatzkräfte

2. Jacken nach Norm kosten ca. 180 Euro pro Jacke, macht bei uns mal schnell 3.000 Euro für alle

3. Hosen, T-shirts,...

Selbstverständlich gibt es aus den unterschiedlichsten Töpfen Geld, aber das kommt nicht geflogen:

- Gemeinde Mainhardt (als ganz freiwillige Aufgabe mit Gemeinderatsbeschluß, wird das morgen abgeschafft, dann ist das so(!))

- Sanitätsdienste

- Märkte

- Blutspenden

- Veranstaltungen wie "Eselrennen", "Vatertagsgrillen", "Kuchenverkauf"

- Katastrophenschutz (erst Antrag, dann Warten, dann kommt wieviel auch immer....)

- Spenden (Hiermit nochmal ein DANK an alle Spender)

- Über 10.000 Stunden jährlich in 2011 und 2012 ehrenamtlich, nicht bezahlbar, weder für den Staat, noch das Rote Kreuz. Dies ist der größte "Geldeingang" im Jahr, auch wenn hier keines fließt !!!

Ich hoffe mal, etwas "Licht" ins "Dunkel" gebracht zu haben. Denken Sie einfach dran, dass wir jeden Cent seit Jahren wieder in die Bereitschaft stecken, den wir bekommen. Bei uns bekommt der Helfer kein Einsatzgeld. ALLES geht in die Kasse. Sonst wäre das alles nicht machbar !